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donderdag, 29. juli 2010
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REISEBERICHT UKRAINE

Im Juni ist Cees de Jong, stellvertretender Vorsitzender und Verantwortlicher für das Volinsk-Projekt, für einen Arbeitsbesuch zu Jouke und Arianne Spriensma in die Ukraine gereist. Lesen Sie hier seine Erfahrungen und Informationen zu den Fortschritten im Projekt.

Als erstes fiel mir auf der Reise auf, das die Straßen in einem wesentlich besseren Zustand waren als bei meiner vorigen Reise. Im Vergleich zu den Niederlanden ist es noch nicht gut, aber zumindest die großen Löcher in der Straßendecke sind größtenteils aufgefüllt. Und doch scheint die Zeit stillgestanden zu haben. Enorme Flächen mit Getreide, Raps und Kartoffeln wechseln ab mit großen Waldgebieten. Nur ab und zu kommt mal ein Auto vorbei.

Auf dem Hof, auf dem Jouke nun das Zepter in der Hand hält, herrscht emsiges Treiben. Ein ganz anderer Anblick als bei meinem vorigen Besuch. Nachdem im Frühling die letzten Früchte gesät wurden, bereitet sich der Betrieb nun auf die Ernte vor. Das beinhaltet die Vorbereitung aller benötigten Maschinen und der Lagerräume. Die Lagerkapazität musste ausgebaut und verbessert werden. Zum ersten Mal sind 145 ha Fläche zur Ernte bereit und sie stehen gut bis sehr gut da, so die Einschätzung von besuchenden Landwirten. Und dies ungeachtet der durch die Krise und die Umstände beschränkten Mittel und Möglichkeiten. Es stehen 57 ha Winterweizen, 23 ha Sommergerste, 21 ha Buchweizen, 20 ha Hafer, 12 ha Raps, 10 ha Kartoffeln und 2 ha Rüben auf dem Feld. Die Rüben und der Weizen sehen nicht ganz so gut aus, aber die Kartoffeln dafür umso besser. Das der Betrieb gut läuft, ist auch an den Reaktionen aus der direkten Umgebung zu merken. Die Verpächter der Flächen waren zu Beginn noch skeptisch, doch auf der letzten Aktionärsversammlung, bei der ich selbst zugegen war, waren die Menschen sehr zufrieden. Die Veränderungen im Betrieb werden auch deutlich in der Tatsache, das wir inzwischen weitere 50 ha Land zur Pacht angeboten bekommen haben. Leider lassen die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel eine Betriebserweiterung derzeit nicht zu. Die Zusammenarbeit mit dem Rehabilitationszentrum Bilichi für Männer läuft gut. So kommen die Männer regelmäßig auf den Betrieb, um dort über Tag zu arbeiten und wir können ihnen auf diese Weise etwas bieten. Ein Wunsch ging für das Reha-Zentrum in Erfüllung, als sie im Tausch gegen ihr Holz unsere unbenutzte Futtermühle erhielten.

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  Die Felder sehen gut aus. 

Es gibt immer wieder Überraschungen. So wurden Pflanzkartoffeln gestohlen, als sie gerade in der Erde waren. Und auch Anfang Juni wurden wieder Kartoffeln gestohlen. In einem guten Gespräch haben wir mit dem Jachtclub vor Ort vereinbart, das dieser die Augen offen halten will. Auch erwies sich, das einige Gebäude wohl gekauft, nicht aber registriert wurden. Mit der Registrierung wurde inzwischen begonnen. Desweiteren sind auf dem Betrieb weder ein Büro noch sanitäre Einrichtungen. Was das bedeutet, können Sie sich sicher vorstellen. Wir haben nun ein Gebäude vorgesehen als Bürogebäude, mit Duschgelegenheit und Toiletten und einem Raum für Versammlungen. Eine Gruppe von 17 Jugendlichen aus einer Baptistengemeinde in den Niederlanden wird dieses Gebäude im Juli 2009 von Grund auf renovieren. Sie haben für das Projekt Geld eingesammelt und nehmen viel Material mit, so zum Beispiel einen kompletten Heizungskessel. Nach der Renovierung können die Arbeiter hier nach der Ernte duschen und Besucher können dort übernachten. Regelmäßig kommen Besucher vorbei, darunter Landwirte, die Jouke fachkundig mit Rat und Tat zur Seite stehen oder sogar einen finanziellen Beitrag oder Maschinen mitbringen. „Obwohl es sicher nicht immer einfach ist, sind wir dankbar für das Wachstum und die Entwicklungen, die wir hier bei Menschen und Pflanzen beobachten," so sagt Jouke.

Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb habe ich auch eine Reihe von Rehabilitationszentren besucht und mir das Kinderheim angesehen. Das letztere wird zur Zeit renoviert. In Kürze können dort etwa 80 Kinder unterschiedlichen Alters aufgenommen und betreut werden. Es sieht fantastisch aus.
Das kann man von den Reha-Zentren (noch) nicht behaupten. Wenn man ein solches Gebäude sieht, kommt unweigerlich die Frage auf, in welchem Jahrhundert wir uns befinden. Das Gebäude ist alt, die Toiletten sind draußen und die Duschen oft auch. In lange nicht allen Zentren gibt es kaltes und warmes fließendes Wasser und im Winter ist es sehr kalt. Es gibt nur einen Ofen, der noch mit Kohlen beheizt wird. Die Bewohner sind froh über alles, was Arianne von World Partners für sie tut. Im vergangenen Winter hat sie mit einer Reihe von Frauen Wimpel aus Stoff genäht, die dann in den Niederlanden verkauft wurden. Auf diese Weise kommt Geld ins Haus, womit dann wieder andere Dinge geschehen können. Im Sommer arbeiten beinahe alle Bewohner des Reha-Zentrums auf dem Land. Sie bauen selbst Kartoffeln, Kohl, Salat, aber auch Gladiolen und Tulpen an, oft mit Saat- und Pflanzgut aus den Niederlanden. Arianne hat nun vor, Erdbeeren anzubauen, die die Menschen dann selbst, unter Begleitung, auf dem Markt verkaufen können. Für den Herbst ist das Backen und Verkaufen von Malzwaffeln geplant. All diese geldgenerierenden Aktivitäten tragen dazu bei, das die Bewohner wieder in die Gesellschaft zurückkehren können. Wichtig ist dabei, das sie auf diese Weise wieder ein Gefühl für ihren Eigenwert bekommen und eine Zukunftsperspektive sehen. 

Zusammen mit Jouke, Arianne und ihrer Tochter Christa sind wir auch einen Mittag bei Erik de Vries gewesen. Erik hat früher einen Schweinemastbetrieb für World Partners geleitet. Inzwischen hat er sich selbständig gemacht und produziert rund 6000 Schweine im Jahr. Das kann man wohl einen Erfolg nennen.

Es war auch noch genügend Zeit, um der etwas größeren Stadt Novovolinsk einen Besuch abzustatten. Dort kann man wohl sehen, das eine neue Zeit angebrochen ist. Es gibt dort sehr viel Verkehr und die damit einhergehenden Probleme. Doch es gibt auch positive Veränderungen, renovierte Gebäude, viele Touristen, auch aus den Niederlanden, und viele Cafés, in denen man draußen sitzen und lecker essen kann. Denn das machen die Einheimischen auch gerne.


Alles in allem eine sehr inspirierende Reise. Nächstes Jahr fahre ich sicher wieder hin!






























 

 
 
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