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donderdag, 29. juli 2010
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REISEBERICHT TANSANIA

Anfang März hat Hans Hamoen zusammen mit seiner Frau Leni das Cashew- und Cassava-Projekt in Mtwara, Tansania, besucht. Den Reisebericht, der gleichzeitig als Projektbericht dient, können Sie im Folgenden lesen.

Am Abend des 28. Februar wurden Leny und ich am Flughafen von Dar es Salaam (Hafen des Friedens) durch Steven Osinde, seine Frau Esnati Chaggu und Geoffrey Mkamilo abgeholt. Weil Geoffrey gleich weiter musste zu einem anderen Termin, haben wir an dem Abend viel über das Cashewnuss-Projekt gesprochen. Über die Fortschritte, die Chancen, aber auch die Rückschläge. Am nächsten Tag flogen wir nach Mtwara, wo sich die Cashewnuss-Farm befindet. George Chikala, der dort als Betriebsleiter für World Partners arbeitet, holte uns vom Flughafen ab. Der Flughafen besteht aus einer Blechbaracke, glutheiß natürlich bei einer Außentemperatur von mehr als 30 Grad und einer senkrecht stehenden Sonne. Glücklicherweise hatte George für den Tag ein Auto mit Aircondition gemietet. Er brachte uns zum Hotel, wo wir sogleich eine Besprechung abgehalten haben zu den mühsamen Kontakten mit den Behörden, dem Handel mit Indien, dem Cashewnuss-Institut in Naliendele, für das auch Geoffrey Mkamilo arbeitet, und natürlich zur Farm selbst. Am Nachmittag machten wir einen langen Rundgang über das Gelände der Farm. 

Insgesamt besitzt World Partners hier eine Fläche von 40 ha und 2535 Cashewbäume. Einige sind 8 Jahre, andere 6, 4 und 2 Jahre alt. Die ältesten Bäume beginnen nun gut zu tragen. Wir haben sehen können, das eigentlich die gesamte Farm von Unkraut befreit werden muss und das auch alle Sträucher und anderen Bäume, die dort stehen, einschließlich ihrer Wurzeln, entfernt werden müssen. Wir haben viel über oberirdische Konkurrenz zwischen Pflanzen gelernt. Viel Licht wird von wild wachsenden Pflanzen absorbiert und steht dann den Cashewbäumen nicht mehr zur Verfügung. Da dies mit unterirdischer Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe einhergeht, wurde beschlossen, nun alles Unkraut zu entfernen, denn im kommenden Jahr soll die Produktion richtig anlaufen. Dabei kann das Entfernen des Unkrauts zu 50% höheren Erträgen führen. Dies erfordert nun eine Investition, die sich jedoch leicht in ein paar Jahren rentiert haben wird. Im Jahr 2008 lag die Gesamtproduktion bei etwa 4.000 Kilo Rohware. Im kommenden Jahr könnte der Ertrag ohne Unkrautbeseitigung bei 7.000 kg liegen. Mit Beseitigung des Unkrautes könnte der Ertrag bei 10.000 kg liegen, was eine Steigerung von 3.000 kg bedeuten würde. Es treten weniger Krankheiten auf und die Bäume wachsen besser.

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Das Projekt verfolgt zwei Ziele: Zum einen muss das Projekt sich finanziell selbst tragen und Gewinn abwerfen. Bis dies erreicht ist, dauert es wahrscheinlich noch drei Jahre. Zum zweiten müssen in der Umgebung des Projektes, in der es wenig Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, genug Arbeitsplätze geschaffen werden und es müssen Entwicklungsprojekte für die Gemeinschaft aufgesetzt werden. Alles in allem läuft das Projekt sehr erfolgreich. George Chikala läuft mit einem Lächeln auf dem Gesicht über die Farm und kennt so ziemlich jeden Baum. Er hat alle technische Erfahrung, die benötigt wird, und wenn Fragen auftauchen, kann er direkt mit dem Cashewnuss-Institut in Naliendele Kontakt aufnehmen. 

Die Regierung von Tansania befürchtet, das die Bauern zu gering bezahlt werden. Sie hat darum eine Zwangsaufkaufregelung beschlossen, durch die die Bauern einen festgelegten Preis bekommen. Dieser Preis ist jedoch auch sehr niedrig, die Rohnüsse werden von der Regierung an Weiterverarbeitungsbetriebe oder nach Indien verkauft, wo dann die Gewinne gemacht werden. Wir haben nun beschlossen, die Bauern in einer Kooperative zu vereinigen, die auch die Weiterverarbeitung der Nüsse  in die Hand nimmt. Der Vorteil ist, das alles in einer Hand bleibt, die gesamte Gewinnspanne in der Kooperative verbleibt und die Verbindung vom Bauern in Tansania bis zum Großhändler in den großen Westlichen Industrienationen sichergestellt ist. Auf diese Weise ist sogar die Aufrichtung einer Fair Trade-Organisation möglich. Über einen sozialen Wagniskapitalfonds in den USA stehen hierfür die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung. 

Esnati, Geoffrey und George wollen allen Menschen von World Partners, die sich so für dieses Projekt einsetzen, herzlich danken.

 



 

 
 
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